
Zwischen Hackepeter und Keglerheim -
Die Kneipentradition im Prenzlauer Berg
in
Sound Seeing Berlin Literatour - Die sprechende Stadt
Eine akustisch-literarische Stadtführung durch den Prenzlauer Berg
"Man sprach ja in Berlin von vier Kneipen und vier Ecken, und wenn man in alte Fotografien sieht, kann man tatsächlich feststellen, dass an Kreuzungen vier Ecken vier Kneipen beherbergten. Vom Publikum her war hier alles vertreten, vom Kohlenträger bis zum Schauspieler und Professor." Ein O-Ton-Feature von Ralph Gerstenberg über die Berliner Eckkneipentradition, ihre Geschichten - und über das, was heute noch von dieser Kultur sichtbar ist.
Das Keglerheim, eine Kneipe mit Kegelbahn im Keller, nannte jeder nur "Fengler" - nach dem Wirt August Fengler, der den Laden 1936 übernommen hat und bis zu seinem Tod im Jahre 1966 bewirtschaftete.
Alfred Fengler: Dit war früher noch mit Liebesecken. Die hat aber Vater alle rausgerissen. Die Kegelbahn hat er auch erneuert.
In der Kriegs- und Nachkriegszeit stand der Kneipenwirt August Fengler stets am Rande des Ruins.
Alfred Fengler: Dann fing dit richtig an zu loofen. Ab 10 Uhr war das Ding schon vorne besetzt. Da kamen die Handwerker, Müllkutscher, die haben dann bei uns jefrühstückt. Und nachmittags ab vier gab es noch nicht einmal einen Stehplatz. Von der Theke an bis zur dritten Reihe haben sie sich das Bier rübergeben lassen.